Relevante Chemikalien

Kompaktes Wissen über Chemikalien auf einen Blick

Die Prüfung aller migrationsfähigen Stoffe ist für eine ordnungsgemäße Risikobewertung unerlässlich. Bei Henkel besitzen wir fundiertes Wissen über relevante Chemikalien und bieten einen umfassenden analytischen Service sowie toxikologische Risikobewertungen. Auf dieser Seite finden Sie gebündeltes Knowhow über IAS/NIAS, SVHC, Mineralöle und Weichmacher.

Im Allgemeinen bestehen Klebstoffe für Lebensmittelverpackungen hauptsächlich aus absichtlich hinzugefügten Substanzen (IAS – Intentionally Added Substances), teilweise aber auch aus unbeabsichtigt eingebrachten Stoffen (NIAS – Non-intentionally Added Substances).

  • Absichtlich hinzugefügte Substanzen (IAS) haben eine wichtige Funktion, z. B. im Hinblick auf die technische Performance oder die thermische Stabilität des Klebstoffs
  • Zu unbeabsichtigt eingebrachten Stoffen (NIAS) zählen beispielsweise:

  • Reaktionsprodukte bei der Herstellung
  • Verunreinigungen, zum Beispiel durch eine unsachgemäße Verwendung, eine unzureichende Reinigung von Maschinen oder Kontaminierung an der Arbeitsstätte
  • Abbauprodukte, zum Beispiel von Stabilisatoren oder Bioziden

NIAS können entlang der gesamten Wertschöpfungskette auftreten. Sowohl IAS als auch NIAS, die in Verordnungen aufgeführt sind, können sicher verwendet werden, solange die regulatorischen Anforderungen erfüllt sind. In diesem Fall ist keine gesonderte Risikobewertung erforderlich.

Jeder migrationsfähige Stoff, der nicht auf EU- oder nationaler Ebene bewertet wurde, muss einer individuellen toxikologischen Risikobewertung unterzogen werden, um die Einhaltung von Artikel 3 der Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 sicherzustellen.

Das Screening relevanter Chemikalien ist für eine Vielzahl von Produktionsprozessen zwingend erforderlich. Es bedarf einer kritischen Beurteilung der gesundheits- und umweltbezogenen Relevanz von Bestandteilen in Stoffgemischen.

Besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC)
Chemikalien, die als sehr kritisch eingestuft werden, sogenannte besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC – Substances of Very High Concern), erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit im Risikobewertungsprozess. Artikel 55 der Verordnung über die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) schreibt vor, dass die Risiken von besonders besorgniserregenden Stoffen streng überwacht und diese Stoffe schrittweise durch geeignete Alternativstoffe bzw. Alternativtechnologien ersetzt werden, sofern diese wirtschaftlich und technisch tragfähig sind. Für solche Chemikalien werden regulatorische Bewertungen berücksichtigt.

Mineralöle
Mineralöle stehen seit einiger Zeit im Mittelpunkt der Debatte um Lebensmittelsicherheit. Hierbei handelt es sich um chemisch nicht klar definierte Substanzen, sondern um höchst komplexe Zusammensetzungen von Kohlenwasserstoffen. Aufgrund dieser Komplexität ist es nahezu unmöglich, eine ordnungsgemäße toxikologische Risikobewertung durchzuführen. Mineralölkomponenten lassen sich in MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons = Gesättigte Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) und MOAH (Mineraol Oil Aromatic Hydrocarbons = Aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) unterteilen.

  • Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in diesen Fraktionen krebserzeugende und erbgutverändernde Verbindungen enthalten sind.
  • Solche Verbindungen können mit der DNA, dem genetischen Material der menschlichen Zelle, interagieren und dadurch Krebs verursachen.
  • Tierversuche zeigen, dass sich MOSH in Granulomen in verschiedenen Geweben, insbesondere in der Leber und in den Lymphknoten, ansammeln können.

Nicht bewertete Mineralöle müssen daher durch funktionelle Barrieren sicher vom Lebensmittel abgeschirmt werden. Einige Klebstoffe und Druckfarben, die in Verpackungen zum Einsatz kommen, enthalten absichtlich hinzugefügte Mineralölkomponenten.

Einige Mineralölkomponenten wurden auf europäischer Ebene bewertet und für Lebensmittelkontaktanwendungen oder sogar als Lebensmittelzusatzstoffe (E905) zugelassen.

Weichmacher

Weichmacher sind Stoffe, die spröden Materialien zugesetzt werden, um sie weich, biegsam oder dehnbar zu machen, damit sie einfacher zu bearbeiten sind oder bestimmte Gebrauchseigenschaften erreichen. Sie sind in Kunststoffen, Lacken, Beschichtungen, Dichtungsmassen, Kautschuk- und Gummi-Artikeln sowie in Klebstoffen enthalten.

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Mineralölbestandteile in Klebstoffen

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